"Neustart" oder "Ich lerne es nie"

Heute war ich also seit längerem mal wieder laufen und es lief okay.Meine Puste hat gut durchgehalten und meine Knie haben sich zumindest anfangs gar nicht bemerkbar gemacht.Nach einer halben Stunde gings dann wieder los.Erst ein leichtes Ziehen im linken Knie,dann auch (weniger stark) im rechten.bin vorsichtig weitergelaufen;es wurde dennoch schlimmer.Ab dem Wendepunkt der heutigen Strecke hab ich dann versucht abzurollen um den Stoß zu dämpfen.Anscheinend entspricht die Belastung der Gelenke dem 3-fachen Körpergewicht.

Es ging dann wieder besser und gegen Ende waren die Schmerzen nur in einem bestimmten Winkel da.Gelaufen sind wir  - B. und ich - 45 min. Nicht sonderlich lange,aber vollkommen ausreichend nach so einer langen Pause.

"Ich lerne es nie" :

Kleiner Rückblick: Meine sportliche Karriere,wenn mans so nennen will war immer von Überlastung oder Übertraining geprägt.Bei jeglicher sportlichen Aktivität,die ich im Laufe der Zeit ausgeübt habe war letzlich Überlastung der Grund für Aus,oder eine längere Pause.Ähnlich bei meinen Hobbies.

Ich bin von Natur aus ein ungeduldiger und idealistischer Typ.Zwei Eigenschaften,die einen beim Sport in dieser Kombination nicht sonderlich weit bringen werden.Bei jeder sportlichen Aktivität sterbe ich nach einem Ideal,was nicht,oder nur unter schwersten Bemühungen zu erreichen ist.Dementsprechend oft bin ich in der Vergangenheit an mir selbst gescheitert.Oft war ich verzweifelt über meinen Geist oder meinen Körper,dem ich nicht die erwartete Kraft und Ausdauer abgewinnen konnte.

Ein Beispiel: Vor heute ungefähr zwei Jahren kam ich über einen Freund zum Sportklettern.Er nahm mich mit zum Training und ich war anfangs wenig angetan;fühlte mich nicht wohl und hatte das Gefühl unsäglich wenig Kraft zu haben (hatte ich allerdings auch.)In der Folgezeit ging ich trozdem öfter mit ihm mit und fand nach einiger Zeit (ca.2-3 Monate) meinen Gefallen daran.

Dieser Kampf gegen die Schwerkraft,das unbeschreibliche Gefühle die eigene Angst überwunden zu haben nach jeder am eigenen Limit gekletterten Route gibt einem wirklich viel.Ich kann klettern nur empfehlen.

Bald konnte ich erste Erfolge feiern und trainierte hart und viel - zu viel.5 mal die Woche,immer nach der Schule an die Wand,oder an Fels.Zudem : Krafttraining en masse.Klimmzüge an zwei Fingern bis die Unterarme höllisch brannten und Liegestützen nach dem Plan der amerikanischen Armee.

Das ging ca ein halbes Jahr gut,dann stellten sich massive Beschwerden in Schultern und Unterarmsehnen ein.Ich reduzierte das Trainingspensum.3 mal die Woche klettern,weniger Krafttraining.Die Schmerzen vergingen nicht und mein geistiger Zustand verschlechterte sich immer mehr.

Die Misserfolge demotivierten und ich hatte bald den Gefallen am gemeinsam Tüfteln von verschiedensten Bewegungen und Zügen verloren.Ich fühlte mich alleine,voller Trotz und Missmut.

So schnell wie ich aufgestiegen war fiel ich nun in rassantem Tempo.Bald kam ich immer weniger zu Training und lies mich auch an der Wand seltener blicken.Ich verlor den Kontakt zu den meisten Kletterern.

Heute klettere ich nicht mehr,überlege aber wieder anzufangen.Es macht einfach viel Spaß und - und das ist das Westenliche-  Klettern hat mir viel über meinen Körper und vorallem Geist beigebracht.Heute bin ich bedachter und versuche mich selbst so gut es geht zu zügeln.

Wirklichen Bestand hat nur,was lange wehrt.Man kann auf viele Dinge viel Einfluss nehmen,aber manche Dinge brauchen Zeit,viel Zeit.Wenn man das weiß und auch so akzeptieren kann hat man gewonnen.

In diesem Sinne auf ein neues.